Jeah. Endlich lernt ihr mich mal kennen.
Ich bin schon lange da.
In eurem Unternehmen. In euren Meetings. In euren Prozessen. In euren Köpfen.
Und ich mache einen verdammt guten Job.

Mein Alltag? Ein Traum.
Mein Tag startet meist entspannt.
Ich scanne kurz die Organisation und frage mich:
- Wo läuft es gerade zu gut?
- Wo haben Menschen Klarheit, Fokus und vielleicht sogar… Spaß?
Unerträglich.
Also lege ich los.
09:00 Uhr – Meetings ruinieren
Mein Klassiker.
Haha, mir ist es neulich wieder gelungen, die Leute durch unnütze Meetings mit extrem vielen Teilnehmern von der Arbeit abzuhalten.
Natürlich:
- keine klare Agenda
- keine Entscheidungskompetenz im Raum
- keine Ergebnisse
Dafür:
- 12 Leute
- 90 Minuten
- maximale Unklarheit danach
Ich liebe es, wenn alle rausgehen und denken:
„Was war das eigentlich gerade?“
Mission erfüllt.
10:30 Uhr – Kontrolle hochfahren
Vertrauen? Zutrauen?
Widerlich.
Ich setze lieber auf:
- Statusberichte
- Reportings
- Freigaben
- Einzel Jour-Fixe
- Abstimmungsschleifen
Am besten mehrfach.
Je mehr jemand erklären muss, was er tut, desto weniger tut er es tatsächlich.
Produktivität? Runter.
Frust? Hoch.
Perfekt.
11:45 Uhr – Software sabotieren
Ich liebe schlechte Tools.
- Systeme, die abstürzen
- Formulare, die niemand versteht
- Prozesse, die doppelt gepflegt werden müssen
Und mein persönliches Highlight:
„Das System lässt das so nicht zu.“
Da geht mir das Herz auf.
13:30 Uhr – Entscheidungen verzögern
Oh, das ist hohe Kunst.
Ich sage dann Dinge wie:
- „Das müssen wir nochmal größer denken.“
- „Da sollten wir alle Stakeholder einbeziehen.“
- „Lass uns das nochmal vertagen.“
Oder mein Favorit:
„Dafür ist jetzt nicht der richtige Zeitpunkt.“
Spoiler:
Der richtige Zeitpunkt kommt nie.
14:15 Uhr – Mit fremden Federn schmücken
Team hat was gerockt?
Ich trete einen Schritt nach vorne und sage:
„Das war uns wichtig.“
„Uns“ bin ich.
Die Leute?
Die stehen hinten und wundern sich.
Ich nicht.
15:00 Uhr – Exzellenz verhindern
Wenn jemand richtig gut wird, wird’s gefährlich.
Also:
- Standards verwässern
- Initiative bremsen
- Engagement als „zu viel“ labeln
Ich bringe alle schön zurück auf Durchschnitt.
Denn Durchschnitt ist stabil.
Und stabil ist mein Ding.
15:45 Uhr – Sinn zerstören
Menschen wollen verstehen, wofür sie etwas tun.
Ich sage:
„Das ist halt so entschieden worden.“
Oder:
„Das gehört zu deinem Job.“
Je weniger Sinn, desto mehr Dienst nach Vorschrift.
Je mehr Dienst nach Vorschrift, desto besser für mich.
16:30 Uhr – Konflikte verhindern
Konflikte klären?
Bitte nicht.
Ich sorge dafür, dass:
- Dinge unter den Teppich gekehrt werden
- Spannungen bleiben
- niemand offen anspricht, was wirklich los ist
Dann gärt es schön vor sich hin.
Das ist mein Biotop.
17:00 Uhr – Orientierung zerstören
Klarheit ist gefährlich.
Also sorge ich für:
- widersprüchliche Ziele
- unklare Prioritäten
- ständig wechselnde Richtungen
Die Leute fragen sich dann:
„Was ist hier eigentlich wichtig?“
Antwort:
Nichts. Und alles.
Perfekt.
Und das Beste?
Ich brauche keine eigene Stelle.
Ich wirke durch:
- eure Strukturen
- eure Regeln
- eure Routinen
- eure Meetings
- eure Prozesse
Ich bin kein Mensch.
Ich bin ein Muster.
Und jetzt mal ehrlich und Butter bei die Fische:
Du kennst mich.
Du hast mich schon gesehen.
Du hast mich schon erlebt.
Vielleicht…
warst du heute selbst ein bisschen ich.

